Journalistische Aktivitäten

Die ersten journalistischen Schritte machte ich als Pressesprecher der ehemaligen Berliner Massenveranstaltung HANFPARADE und als Promoter meines Labels AFRICAN DANCE RECORDS. Für diese Aufgaben wurden immer wieder Texte benötigt, die verschiedenste Printmedien gerne übernahmen. Irgendwann begann ich dann, ganz gezielt für bestimmte Zeitungen und Magazine zu schreiben. Zu meinen Abnehmern zähl(t)en:
Die Welt, taz, Junge Welt, Neues Deutschland, tip, zitty, (030) Nightlife, events, grow!, Xaver, Partysan und THCene.
Themen meiner Texte waren Reisereportagen (z. B. Israel, Slowenien, Thailand, Dominikanische Republik, Äthiopien, Estland, Zypern) und Musikgespräche mit mehr oder weniger bekannten Künstlern wie z. B. SAMMY DELUXE, CHUMBAWUMBA, 1 GIANT LEAP, DEPECHE MODE, ZION TRAIN, BEATSTEAKS, SOFA SURFERS, SUBWAY TO SALLY, ANNE CLARK, JOACHIM WITT, RECOIL, FAT FREDDYS DROP, OHRBOOTEN, FAR EAST BAND, KOOL SAVAS, 17 HIPPIES, MICHAEL FRANTI, BALKAN BEAT BOX u.v.a.
Nach wie vor nehme ich auch gerne Aufträge für Interviews an und führe diese schnell und gewissenhaft aus. Manche Interviews mache ich aber auch ganz auf eigene Faust (z. B. DEPECHE MODE) und versuche sie dann so gut wie möglich zu vermarkten. Bei einer Band wie DEPECHE MODE fällt das natürlich nicht besonders schwer...
Doch mittlerweile schreibe ich längst nicht mehr nur Reisereportagen oder Musikberichte - insbesondere Politik und Gesellschaft sind zu meinen bevorzugten Themen geworden. So habe ich u.a. ausführliche Artikel zu folgenden Themen verfasst:
Die Simpsons und die Drogen
Die 10 bekanntesten Verschwörungstheorien
Der Aufstieg der Familie Bush
Die Angstindustrie - Risikomanagement "made in Germany"
Das kritische Hollywood - eine politische Blockbuster-Schau
Die CIA - 60 Jahre hinter den Kulissen der Weltpolitik
OIL PEAK - wann geht uns das Öl aus?
Staatsterrorismus (war is terrorism with a bigger budget)
Die Hippies - Geschichte einer Gegenbewegung
Die Lust am Töten
Vom BIO-Boom zum 2-Klassen-Bio
Kriegsgegner in den USA
The last white hope - Amerikas Krieg gegen die Drogen
The corporation - Die Macht der Großunternehmen
Economic Hitman - Die Geständnisse eines Wirtschaftsattentäters
Klima 2100 - Der Anfang vom Ende?
STASI 2.0 - Deutschland einig Überwachungsland
The Spin Doctors - Die Strippenzieher der Macht
Mythos Dalai Lama - Ein kritischer Blick auf Tibets Geschichte
Monsanto - Die Eroberung der Welt mit Gift und Genen
Die vielen Gesichter der Glückspielsucht
We shall overcome - Die Geschichte politischer Popmusik
Manchmal breche ich aber auch aus diesem Schema aus und schreibe Texte wie den folgenden:

Der Sinn des Lebens

Auch ohne psychoaktive Substanzen konsumiert zu haben, stellt sich der Mensch im Laufe seines Lebens irgendwann einmal die Frage nach dem Sinn des Lebens. Aber nur Wenige können diese Frage schlüssig beantworten - schließlich ist ja noch nicht mal gesagt, daß man diese Frage überhaupt schlüssig beantworten kann. Sollte dies jedoch möglich sein, dann ist es sicherlich das Privileg des Frage stellenden Wesens, den Sinn im eigenen Leben zu entdecken. Vielleicht entdecken wir dabei nicht nur den EINEN. Sicherlich gibt es für den einen oder anderen Menschen den einen oder anderen Sinn - in der Summe betrachtet, wird es DEN Sinn des Lebens jedoch kaum geben.
Selbstverständlich lasse ich mich hierzu gerne vom Gegenteil überzeugen, solange das jedoch nicht gelingt, bleibe ich bei meiner These von den SINNen des Lebens. Und die sind nicht nur SINNlich. Denn wenn die Erhaltung der Art oder besser: 'die Fortpflanzung' bereits ein Merkmal des Lebens selbst ist, dürfen wir uns fragen, ob ein Merkmal des Lebens auch gleichzeitig der Sinn sein kann. Wer selbst schon Nachwuchs hat, wird bestätigen können, wie einschneidend so ein kleiner Wonneproppen das Leben verändern und ihm eine neue Perspektive verleihen kann. Ist also die Auswahl des geeigneten Paarungspartners und die Zeugung eines Stammhalters schon DER Sinn des Lebens?
Möglich - aber unwahrscheinlich.
Vielleicht liegt die Antwort ja wirklich in uns, vielleicht tragen wir in uns ja nicht nur das Wunder der Erschaffung neuen Lebens, sondern auch Gott und Teufel mit herum. Ein jeder Mensch hat ja seine guten wie schlechten Seiten. Manche behaupten, es wäre möglich, durch Meditation und spirituelles Training auf den Pfad der Erleuchtung zu gelangen. Mit viel Zeit und Geduld gelänge es gar, die Allumfassende, universelle Liebe in uns hervorzulocken, wobei jedoch das Erreichen der tatsächlichen Erleuchtung auch einer Liquidation des inneren Teufels gleichkäme. Damit wird man zum Heiligen, lebt nur noch in der Gegenwart und ist voll kosmischer Liebe für jedes Wesen. Natürlich muß man zunächst erst mal den Ehrgeiz entwickeln, diesen Weg bis zum Ende zu gehen und man muß die Zeit dafür haben. Für manche Menschen ist dieser Weg definitiv der Sinn des Lebens, doch gilt das auch für alle anderen Menschen?
Möglich - aber unwahrscheinlich.
Dann vielleicht doch - ganz traditionell - den Einzug in Paradies als das höchste Ziel ansetzen? Hm, glaubt denn in unserer materialistischen Zeit überhaupt noch jemand aufrichtig an Jesus, Jah, Budda oder vielleicht an die Eltern dieser Götter? Ist nicht der Zustand unserer globalen, menschlichen Gemeinschaft ein klares Indiz für die Ungläubigkeit der Herrschenden? Denn unsere politischen Führer sind auch unsere moralischen Vorbilder. Zumindest nehmen sie dies für sich in Anspruch - lautstark und bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Das eigentlich Schlimme daran ist, daß Ottonormalverbraucher daran glaubt oder glauben will. Aber würde denn so Vieles dermaßen falsch laufen, wenn die allwissenden Entscheidungsträger stets um ihr Seelenheil bemüht wären? Glauben wir denn an ein Leben nach dem Tode, daß sich so gestalten wird, wie wir gelebt haben? Also, der Himmel für die Guten und die Bösen fahren zur Hölle?
Möglich - aber unwahrscheinlich.
Dabei ist Bewegung für uns Zweibeiner schon eine wichtige Sache: Die Fahrt zur Arbeit, die Fahrt nach Hause, die Fahrt in den Urlaub - manchmal fragen wir irritiert die Sterne: Wo ist hier? Denn selbst unser Zuhause wechselt von Zeit zu Zeit. Vielleicht ist HIER da, wo wir nicht lange verweilen werden, weil wir ja weiter müssen. Denn wir sind Weitermachmaschinen, Exemplare der am höchsten entwickelten Modelle. Daher arrangieren wir uns fast zwangsläufig mit unserem vermeintlichen Schicksal - solange es uns in Bewegung hält: unser Job, unsere Paarungspartner, unser Auto oder unser Fernseher. Denn Bewegung ist alles, was uns aufregt, beschäftigt und beeinflußt. Bewegung im Kopf ist ebenso wichtig wie der Luftwechsel für den Körper mit all seinen Sinnen. Denen ist ja häufig ganz egal, wie sie befriedigt werden - wenn man erst mal da ist, wo man noch niemals vorher war, ist es völlig egal, ob man sein Ziel als Tramper oder im eigenen Düsenjet erreicht hat. Wir brauchen also Bewegung, Beschäftigung und Veränderung. Liegt darin ein Sinn? Mit Sicherheit. Aber ist es DER Sinn?
Möglich - aber unwahrscheinlich.
Das oberste Prinzip der Marktwirtschaft - die Maximierung des Gewinns - hat für viele erfolgreiche Geldverdiener bereits religiösen Charakter und daher unmittelbar etwas mit dem Glauben zu tun. Schließlich wird in unserer Epoche Gott Mammon weltweit angebetet. Denn er läßt unsere Konsumträume wahr werden. Das kann nur er. Und die Massenmedien werden auf absehbare Zeit dafür sorgen, daß es auch so bleibt. Geld - der Indikator für Erfolg im Leben. Aber auch der Reichste muß früher oder später sterben. Sein Reichtum bleibt irdisch und erfreut mitunter die Zurückgebliebenen. Vielleicht besteht ja darin der Sinn des Lebens.
Möglich - aber unwahrscheinlich.
Live to the maxx! lautete der Werbespruch eines Cola-Multis. Damit bewiesen die Marktforscher der Zuckerbrausefirma einen erstaunlichen Zeitgeist. Denn tatsächlich scheint für viele Menschen inzwischen der Sinn des Lebens im Auskosten aller irdischen Reize und der permanenten Herbeiführung von Genuß und Ekstase zu bestehen. Unsere hedonistische Gesellschaft macht's möglich. Schließlich ist hier alles zu haben, was Spaß macht: Musik, Sex, Drogen und jedes erdenkliche Konsumprodukt, das (nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage) in dem Moment auf den Markt geworfen wird, wo die Nachfrage leckere Profite verspricht. Sind wir also schon in Utopia? Was gibt es denn noch nicht? In ein paar Jahren wissen wir mehr. Und wir haben mehr. Mehr davon. Ist das der Sinn des Lebens?
Möglich - aber unwahrscheinlich.
Wer hat noch nie von Kleopatra gehört? Wohl kaum einer. Ob sie wirklich so hübsch war, sei dahingestellt. Fakt ist, daß sie neben großer Macht auch großen Ruhm erworben hatte. Wie Hannibal oder Alexander der Große. Vielleicht waren diese historischen Figuren ja gar nicht sooo groß - sollten sie aber den Sinn des Lebens darin gesehen haben, für möglichst lange Zeit im Gedächtnis der Menschheit zu verbleiben, so ist ihnen das zweifellos gelungen. Aber für wie viele von uns ist eine solche Karriere vorstellbar? Wie viele historische Persönlichkeiten kann sich die Gattung Mensch einprägen? Auch wenn Ruhm und Macht noch immer wichtige Triebfedern unserer vermeintlich demokratischen Führungskasten sind, so verbleiben sie doch meist auch in diesen Kreisen. Taugt also das Streben nach Macht oder Ruhm auch für den statistischen Durchschnittsverbraucher?
Möglich - aber unwahrscheinlich.
Vielleicht besteht ja der Sinn des Lebens in der Anhäufung von Wissen. Denn Wissen läßt sich konservieren. Selbst über den Tod hinaus. Heutzutage können wir bereits auf das Wissen von Tausenden toten Geistern und ihren intellektuellen Ergüssen zurückgreifen. Aber was nützt schon fremde Weisheit, wenn wir als passive Beobachter feststellen müssen, daß auf diesem, unserem Erdball schon seit Jahrhunderten die dunkelsten Seiten der Menschheit dominieren. Umweltverschmutzung, Gier, Krieg, Prohibition, Volksverdummung durch bewußte Fehlinformation, Hungersnot trotz Butterbergen - die Liste ließe sich hier noch beliebig fortsetzen. Wie und wofür sollte man sich in diesen Zeiten bilden? Was nützt die höchste Erkenntnis, wenn wir in diese selbstzerstörerischen Prozesse nicht eingreifen können? Es schmerzt doch nur, hilflos mit ansehen zu müssen, wie unsere Lebensgrundlage langsam aber sicher zerstört wird.
Sind wir aber wirklich hilflos? Trennen wir unseren Müll und schreiben auch mal eine Protestnote an unsere sogenannten Volksvertreter? Mischen wir uns ein, wenn wir sehen wie Unrecht geschieht? Geben wir den Obdachlosen unser Kleingeld und sammeln Unterschriften für den Volksentscheid? Nutzen wir die Macht, die wir besitzen? Möglich. Dann haben wir vielleicht die Weisheit erlangt zu erkennen, was wir ändern können und was nicht. Wenn wir danach leben, erfüllen wir so womöglich gar den Sinn des Lebens und werden zu den Augen, den Ohren und dem Gewissen unseres einzigartigen Planeten...